Azubi-Reise zur Zugspitze: Ausbildung neu denken

Was wäre, wenn Ausbildung mehr als Fachwissen vermittelt? Die Volksbank Kurpfalz geht diesen Weg – mit einem innovativen Konzept, das Azubis zu aktiven Gestaltenden macht. Im Fokus: Persönlichkeitsentwicklung, Naturerfahrung und Nachhaltigkeit. 

Wie eine Challenge Motivation, Teamgeist und Resilienz fördert

Kennst du das: Ihr gebt euch in der Ausbildung richtig Mühe und trotzdem werden Bewerbungen weniger, die Motivation schwankt oder Azubis fühlen sich im Alltag schnell „abgehängt“? Genau dann braucht Ausbildungsmarketing mehr als bunte Flyer. Es braucht ein Erlebnis, das verbindet und eine Ausbildung, die junge Menschen wirklich stärkt. Die Volksbank Kurpfalz hat darauf eine Antwort gefunden, die Ausbildungsmarketing, Ausbildungsqualität und Persönlichkeitsentwicklung verbindet: eine Azubi-Challenge, die nicht nur Wissen vermittelt, sondern Haltung, Teamgeist und Selbstverantwortung stärkt. Der Höhepunkt: Der Azubi-Jahrgang 2024 steht vor seiner selbstgewählten Challenge: „Auf zur Zugspitze!“. 

Die Ausgangslage

Alles beginnt mit zwei zentralen Fragen:

Wie machen wir die Bankausbildung wieder attraktiv, um junge Menschen zu gewinnen? 

Und wie können wir Ausbildung neu denken jenseits gewohnter Muster? 

Daraus entwickelt sich ein ganzheitliches Konzept, das bewusst mehrere Lebensbereiche der Auszubildenden in den Blick nimmt: mentale und körperliche Gesundheit, Naturerlebnisse, Nachhaltigkeit, Persönlichkeitsentwicklung und Fachlichkeit.

Die Challenge als emotionaler Anker

De Volksbank Kurpfalz setzt auf ein Ziel, das Identifikation stiftet: Die gemeinsame Vorbereitung auf eine von den Azubis selbstgewählte Challenge. Das wirkt wie ein roter Faden durch die Ausbildung: Die Bausteine sind nicht zufällig aneinandergereiht, sondern zahlen auf ein gemeinsames Vorhaben ein. Genau dieser Mix aus Sinn, Erlebnis und persönlichem Wachstum macht die Maßnahme im Ausbildungsmarketing und Employer Branding so greifbar. 

Standortbestimmung mit der MSA-Analyse

Der Einstieg beginnt nicht mit Vermutungen, sondern mit einer fundierten Bestandsaufnahme: einer MSA-Analyse zur Bestimmung der individuellen Ausgangslage und persönlicher Ansatzpunkte. So wird sichtbar, wo jede:r Azubi steht. Gleichzeitig erhöht das die Akzeptanz: Die Entwicklung wird nachvollziehbar, messbar und als individuelle Reise verstanden und nicht als „Schema F“. 

Mentoring, das wirklich begleitet

Ein zentrales Element sind regelmäßige Mentorengespräche, die mit einem selbstgewählten Mentor aus der Personalentwicklung stattfinden. Die Azubis entscheiden aktiv mit, wer sie begleitet, und reflektieren regelmäßig ihre Fortschritte. Dadurch wird Persönlichkeitsentwicklung nicht zur Nebenwirkung, sondern zum festen Bestandteil der Ausbildung – mit klaren Reflexionsschleifen und einem sicheren Raum für Feedback. 

Mentale Stärke als Ausbildungsqualität

Stress, Unsicherheit und Leistungsdruck sind für viele Azubis besonders in Umbruchsphasen real. Deshalb setzt das Konzept gezielt auf mentale Gesundheit: Meditationen, Atemübungen und Resilienz-Workshops unterstützen dabei, sich besser zu regulieren und Herausforderungen konstruktiv zu bewältigen. Für die Organisation bedeutet das: weniger „Durchhalten“, mehr Stabilität.

Natur, Teamgeist und Nachhaltigkeit erleben

Persönlichkeitsentwicklung passiert nicht nur im Seminarraum. Die Volksbank Kurpfalz integriert Natur- und Outdoor-Training: Probewanderungen, Kletterkurs, Navigation, Pflanzen- und Tierkunde sowie eine Umweltschutzaktion. Das schafft echte Erlebnisräume und macht Kompetenzen wie Durchhaltevermögen, Kooperation und Verantwortungsgefühl unmittelbar erfahrbar. Gleichzeitig zahlt der Nachhaltigkeitsaspekt auf Werte, Kultur und Glaubwürdigkeit im Ausbildungsmarketing ein. 

Fachlichkeit mit Gamification neu gedacht

Auch die fachliche Ausbildung läuft mit – aber anders: Digitale Lernmodule mit Gamification-Ansatz bringen Abwechslung, Wettbewerbselemente und schnelle Erfolgserlebnisse in den Lernprozess. Das erhöht die Motivation und unterstützt selbstständiges Lernen. In Summe entsteht ein Ausbildungsformat, das moderne Lerngewohnheiten aufgreift, ohne die fachliche Tiefe zu verlieren – ein klarer Pluspunkt für Nachwuchsgewinnung und Bindung. 

Ergebnisse, die sichtbar werden

Die Effekte sind deutlich: spürbare Persönlichkeitsentwicklung, mehr Engagement und Freude an der gemeinsamen Reise, ein stärkeres Kompetenzbewusstsein und gesteigerte Motivation. Besonders hervorgehoben wird der Teamzusammenhalt. Die Challenge verbindet, schafft gemeinsame Erfolgserlebnisse und erweitert den Blick über den Tellerrand durch neue Themenfelder. Für die Volksbank Kurpfalz entsteht so ein Wettbewerbsvorteil als attraktiver Arbeitgeber. 

Hürden und Learnings aus der Praxis

Ganz ohne Stolpersteine geht es nicht. Entscheidend war eine schrittweise Einführung mit klarer Planung der Bausteine und besonders wichtig ist es, die Azubis aktiv mitzunehmen, statt „von oben“ auszurollen. Als wichtiges Learning zeigt sich außerdem: Für Mentorengespräche muss ausreichend Zeit fest eingeplant werden. Regelmäßiges Feedback von Azubis und Mentor:innen hilft, frühzeitig nachzusteuern und die Ausbildung kontinuierlich zu verbessern. 

Aufwand und Mehrwert im Gleichgewicht

Aufwand entsteht vor allem durch: 

  • Auswertung und Besprechung der MSA-Analyse
  • Zeit- und Schulungsaufwand für Mentoring und Begleitung 
  • Schulungs- und Unterbringungskosten für Workshops und Wanderungen. 

Der Nutzen ist dafür breit: 

  • mehr Selbstständigkeit, Eigenverantwortung und Motivation,
  • gezielte Vorbereitung auf spätere Anforderungen,
  • stärkerer Teamgeist,
  • eine klare Positionierung als innovativer Ausbildungsbetrieb bis hin zur
  • nachhaltigen Fachkräftesicherung.

Wer alles mitwirkt

Die Rollen sind bewusst verteilt: Auszubildende und dual Studierende gestalten ihre Ausbildungsreise aktiv mit. Ausbilder:innen agieren als Mentor:innen und Begleiter:innen. Die Ausbildungsleitung sorgt für Initiierung, Steuerung und strategische Verankerung. Ergänzend kommt – je nach Baustein – Expertise aus Personalentwicklung, Training/Workshop-Settings und Outdoor-Umfeldern dazu. So entsteht ein vernetztes Ausbildungs-Ökosystem.

So gelingt der Start in deinem Betrieb

Es muss nicht gleich eine großangelegte Wanderung über mehrere Tage sein, du kannst auch klein starten und trotzdem große Wirkung erzielen. Wichtig sind dabei die folgenden Dinge:

  • die Challenge gemeinsam mit den Azubis festlegen. Das erhöht Ownership und Motivation. 
  • regelmäßige Feedbackrunden einplanen, um kontinuierlich „am Ball“ zu bleiben. 
  • alle Bausteine strukturiert planen, damit nichts untergeht.
  •  ein klarer Jahresfahrplan (Termine, Verantwortliche, Ressourcen) sowie ein Mix aus „Quick Wins“ (z. B. Gamification-Module) und intensiveren Elementen (Mentoring, Outdoor). 

Übertragbar weit über die Bank hinaus

Das Konzept ist ausdrücklich nicht bankenspezifisch. Gerade das macht es als Best-Practice im Ausbildungsmarketing so interessant: Die Bausteine lassen sich flexibel kombinieren und an Zielgruppen, Ausbildungsberufe und Unternehmensgröße anpassen. Ob Industrie, Handel, Pflege oder IT. Überall, wo Nachwuchsgewinnung, Ausbildungsqualität und Persönlichkeitsentwicklung zusammen gedacht werden sollen, kann eine Azubi-Challenge im kleinen sowie im großen Maßstab als verbindendes Element funktionieren. 

Fazit mit Blick nach vorn

Die Azubi-Challenge der Volksbank Kurpfalz zeigt: Ein anfänglicher Invest an Zeit, Planung und Begleitung zahlt sich in Motivation, Teamzusammenhalt, moderner Lernkultur und klarer Arbeitgeberattraktivität aus. Wer Ausbildung als Entwicklungsreise gestaltet, gewinnt nicht nur Azubis, sondern zukünftige Fachkräfte mit Haltung. Und genau darin liegt die Perspektive: Das Konzept kann wachsen mit neuen Challenges, weiteren Bausteinen und noch stärkerer Verankerung im Employer Branding. 

Dieser Fachbeitrag ist Teil des folgenden Lernpakets

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