Erst die Ausbildung, dann ins Studium - der Königsweg

Vier Personen sitzen an einem Tisch und schauen auf ein Tablet. Zwei Männer und eine Frau scheinen etwas zu diskutieren und konzentriert auf den Bildschirm zu schauen. Eine weitere Person arbeitet an einem Laptop in der Ecke. Das Umfeld ist hell und modern.

Von der Ausbildung ins Studium – wie das Aufstiegsstipendium Perspektiven eröffnet und Talente bindet. Wissen, wie du das Thema Studium für den eigenen Betrieb nutzen kannst und sogleich deine Fachkräfte langfristig an dein Unternehmen bindest. Erfahre mehr über die Bedeutung und Rolle der Ausbilder:in im Rahmen des Antragsverfahrens zum Aufstiegsstipendium.

Stell dir vor: Eine junge Elektronikerin, Pflegefachkraft oder Kauffrau für Büromanagement namens Lena hat ihre Ausbildung in deinem Betrieb vor zwei Jahren mit einer hervorragenden Note abgeschlossen und ist seitdem im Kundenservice, auf der Station oder im Marketing tätig. Sie hat großes Talent, engagiert sich im Team, doch sie fühlt sich ein Stück weit „festgefahren“. Du als Ausbilder:in hast schon oft überlegt, wie du solche „besondere“ Talente langfristig an euch binden und gleichzeitig individuelle Perspektiven fördern kannst.

Dann liest du im Netzwerk Q von einem Förderprogramm, das junge Talente, wie unsere Lena, unterstützt und die Ziele deines Unternehmens verbindet. Das Aufstiegsstipendium – akademische Studienförderung für beruflich erfahrene Talente. Und kurz darauf nimmts du mit Lena das Gespräch auf. Diese Geschichte ist kein Einzelfall! Viele Auszubildende tragen großes Potenzial in sich und fragen sich, wie sie ihre Karriere weiterentwickeln, ohne das Unternehmen, das sie geformt hat, verlassen zu müssen. Genau hier kannst du das Aufstiegsstipendium nutzen.

Praxistipp 1: Für die Förderung der beruflichen Weiterbildung (nicht akademischer Weg) für besondere Talente im Ausbildungsberuf nutze bitte das Weiterbildungsstipendium. 

Was ist das Aufstiegsstipendium?

Nicht nur Abiturienten:innen haben Zugang zur akademischen Hochschulbildung - auch deine Auszubildenden!

Das Aufstiegsstipendium ist eine finanzielle Unterstützung für die Aufstiegsqualifizierung (Niveau 6 – Bachelor of Arts/ Science oder 1. Staatsexamen) für beruflich leistungsfähige Fachkräfte mit abgeschlossener Berufsausbildung und mind. zwei Jahren Berufserfahrung, das vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) getragen und von der Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung (SBB) betreut wird.  

Kernpunkte: Es richtet sich an alle Altersgruppen mit Berufsausbildung, die ein erstes akademisches Studium beginnen wollen, ohne klassischen schulischen Abitur-Weg.

Es lässt sich sowohl für ein Vollzeitstudium oder für berufsbegleitende Studiengänge (Fern- und Onlinestudium) nutzen. Das bedeutet, du kannst gleichzeitig arbeiten und studieren. Die Bewerbung kann bereits vor, aber auch noch zu Beginn eines Studiums gestellt werden.  

Praxistipp: Diese Information platzierst du bereits während des ersten Ausbildungsjahres. Nutze die kostenlose Motivation und schaffe einen Anreiz für deine jungen Talente mehr zu leisten.

Hier geht es zum Antrag: www.sbb-stipendien.de/aufstiegsstipendium/bewerben

Wie wird gefördert?

Die finanzielle Förderung beim Aufstiegsstipendium ist ein guter Bindungsanreiz für Fachkräfte mit Studienambitionen.

Luxusvariante des Studierens, da ich zuverdienen darf! Diese Situation macht das Aufstiegsstipendium zu einer finanziell attraktiven Option, besonders im Vergleich zur klassischen Studienfinanzierungen wie dem BAföG. Das BAföG ist an Einkommen oder Familienverhältnisse geknüpft, oder ich finanziere mein Studium durch schlecht bezahlte Aushilfsjob (Situation ohne Ausbildung).

Kernpunkte:

  • Im Vollzeitstudium: rund 1.072 Euro monatlich inklusive Büchergeld.  
  • Im berufsbegleitenden Studium: rund 3.045 Euro pro Jahr unabhängig vom Einkommen.  
  • Zusätzlich gibt es Zuschüsse für Kinder unter 14 Jahren.  

Praxistipp: Steuerfreie Förderung plus gut bezahlten Nebenjob (ermögliche den Nebenjob in deinem Betrieb)! 1.548 Euro monatlich plus 160 Euro Kinderzuschuss im Vollzeitstudium.

Bewerbungsvoraussetzungen

Ein stärkeres Zeichen der Wertschätzung ist kaum möglich!

Das Aufstiegsstipendium fördert nicht nur fachgebundene Studiengänge. Es ist offen für alle Studienrichtungen, solange es sich um ein erstes akademisches Hochschulstudium (Bachelor, Diplom, Staatsexamen, in Ausnahmefällen Master) handelt.

Kernpunkte:

Ein Bewerber:in braucht vor allem zwei Dinge:

  1. Eine abgeschlossene Berufsausbildung und
  2. mindestens zwei Jahre Berufserfahrung nach der Ausbildung.  

Außerdem muss eine der folgenden besonderen Leistungsfähigkeiten im Beruf nachweisbar sein,

  • sehr gute Abschlussnoten der Ausbildung (Note 1,9 oder besser, oder 87 Punkte und mehr),
  • eine erfolgreiche Teilnahme an überregionalen Leistungswettbewerben,
  • oder einen begründeten Vorschlag des Arbeitgebers.  

Praxistipp: Gerade dieser letzte Punkt ist für dich als Ausbilder:innen spannend! Der Arbeitgeber (du) kann aktiv werden und Talente empfehlen. Es bietet sich zusätzlich die Chance, betriebsinterne Forschungsprojekte im Rahmen des akademischen Studiums zu untersuchen. Das bedeutet, Kostenersparnis bei Forschung und Entwicklung und Bindung der Studierenden an das Unternehmen (gute Argumente für die Geschäftführung).

Ideelle Förderung (Netzwerk, Kompetenzen und mehr)

Das Aufstiegsstipendium unterstützt mehr als nur die akademische Aufstiegsqualifizierung.

Neben dem Geld bietet das Programm eine ideelle Förderung. Deine Talente werden nicht nur akademisch gefördert, ebenso sozial und persönlich gestärkt.

Kernpunkte:

  • Seminare zu Schlüsselkompetenzen,
  • regionaler und nationaler Austausch mit anderen Stipendiaten:innen,
  • Wissensplattformen und Netzwerke,
  • Unternehmensbesuche und Alumni-Treffen.  

Praxistipp: Die Vorteile für den Betrieb dabei sind neue Netzwerke/ Kooperationspartner:innen (ggf. Kunden:innen) sowie der Zugriff auf Wissensdatenbanken und “Booster” für eure Innovations- und Entwicklungsprojekte. 

Karrierewege aufzeigen

Vom Azubi zum Experten:innen/ Führungskraft

Mit dem Aufstiegsstipendium eröffnet sich für deine Fachkräfte und Azubis ein echter Karrierepfad in deinem Unternehmen.

Kernpunkte:

  • Vom Facharbeiter zum Fachbereichsexperten.
  • Vom Mitarbeiter:in zum akademisch qualifizierten Projektmanager:in.
  • Vom Ausbildungsbetrieb in strategische Rollen oder technische Spezialgebiete.

Praxistipp: Als Ausbilder:in kannst du: 

  • Zunächst proaktiv Talente identifizieren und ansprechen, 
  • Feedback- und Entwicklungsgespräche über Potenziale und Studienwünsche initiieren, 
  • und mit dem Stipendium einen “außergewöhnlichen” Karrierepfad, jenseits der klassischen Karriereleiter, ermöglichen. 

Praktische Tipps für Ausbilder:innen

Fazit: Perspektiven schaffen bedeutet, Talente langfristig binden.

Das Aufstiegsstipendium ist mehr als nur ein finanzielles Förderinstrument. Es ist für dich ein Bindungsinstrument, ein Karrierebeschleuniger und ein Beitrag zur Arbeitgebermarke. Für Ausbilder:innen ist es ein Hebel, um Talente nicht nur zu Höchstleistungen zu motivieren, sondern langfristig im Unternehmen zu halten und weiterzuentwickeln.

Praxistipp:

  • Gespräche über die Zukunft früh führen: Jugendliche und junge Fachkräfte brauchen Orientierung. Sprich früh über Karrierewünsche!
  • Vorteile einer Ausbildung vor dem Studium erklären: Nutze die Vergleiche zu Studierendensituationen ohne eine Berufsausbildung (Geld und Work live Balance).
  • Leistung sichtbar machen: Hilf ihnen, Leistungen und Potenziale zu erkennen und zu dokumentieren, beispielsweise mit Leistungsbeurteilungen oder Projektberichten.
  • Unterstützung beim Bewerbungsprozess (Antragsverfahren): Biete Orientierungshilfen, ermögliche Zeitressourcen und gib Feedback für Bewerbungsfragen.
  • Gewinne die Geschäftsführung für den Karrierepfad: Zeige Innovationspotenzial, Kooperationsmöglichkeiten und Fachkräftepotenzial durch eine “unterstützte” Aufstiegsqualifizierung.  

Dieser Fachbeitrag ist Teil des folgenden Lernpakets

Azubis informieren, motivieren, weiterentwickeln und binden:
Wie du mit Karrierepfaden Perspektiven schaffst und junge Talente hältst.

Fortbildung

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