Future Skills kennen – stärke deine Azubis für morgen

Eine Frau erklärt an einer Wandtafel mit bunten Zeichnungen und Grafiken. Zwei Männer stehen ihr gegenüber und hören aufmerksam zu. Die Präsentation scheint sich um Bildung und Visionen zu drehen. Die Atmosphäre ist interaktiv und informativ.

Future Skills sind der Schlüssel, um die zukünftige Arbeitswelt zu gestalten – doch kennst du sie genau? Indem du Future Skills im Ausbildungsalltag förderst, begleitest du deine Azubis dabei, ihre berufliche Handlungsfähigkeit weiterzuentwickeln und sich in einer dynamischen Arbeitswelt zurechtzufinden. Du sorgst dafür, dass sie nicht nur für ihren Ausbildungsalltag ausgerüstet, sondern auch bestmöglich auf ihre Zeit nach der Ausbildung als Fachkraft vorbereitet sind.

Zukunftskompetenzen unter die Lupe: Future Skills einfach erklärt

Future Skills sind überfachliche Kompetenzen, welche die fachliche Ausbildung ergänzen. Es sind Fähigkeiten, die deine Azubis in den nächsten Jahren benötigen, um mit Veränderungen in der Arbeitswelt, der Gesellschaft und dem Alltag gut umzugehen. Dazu zählen zum Beispiel Kompetenzen, die Persönlichkeitsentwicklung, berufliche Anforderungen und gesellschaftliches Handeln verbinden. Diese Zukunftskompetenzen ermöglichen deinen Azubis, flexibel auf neue Anforderungen zu reagieren, innovative Lösungen zu entwickeln und in einer sich stetig wandelnden (Arbeits-)Welt eigenständig zu handeln.

Warum sind Future Skills für deine Ausbildungspraxis relevant?

Die Arbeitswelt und Berufsbilder verändern sich rasant – überfachliche Kompetenzen (Future Skills) stellen zentrale Faktoren in dieser Berufswelt von morgen dar. Du als Ausbilder:in kannst Ausbildung ganzheitlich gestalten: neben der Vermittlung von Fachkompetenzen kannst du deine Azubis dabei unterstützen, persönliche Stärken und Future Skills auszubauen und sie auf ihrem Weg zu kompetenten Fachkräften begleiten. Du bereitest sie auf die Abschlussprüfung vor und auch auf eine dynamische, sich wandelnde Arbeitswelt. Du gibst ihnen das Handwerkszeug, um künftigen Herausforderungen konstruktiv und aktiv zu begegnen. Neben diesen Chancen erfordert überfachliche Kompetenzentwicklung Engagement: Passe Strukturen an, gestalte innovative Lernumgebungen und qualifiziere dich als Ausbilder:in für nachhaltig erfolgreiche Fachkräfteentwicklung.

Studien-Check: Schließe den Skill-Gap mit deinen Azubis

In der neuen Studie des Stifterverbandes zum Thema Future Skills wurden 1004 Personen unter anderem aus dem Wirtschaftssektor nach der Bedeutsamkeit verschiedener Future Skills befragt. Die Teilnehmenden geben an, dass kritisches Denken, Kommunikations-, Lern-, Lösungs- und Kooperationskompetenz in den nächsten Jahren wichtig werden. Die AgenturQ unterstreicht mit ihrer Studie aus dem Jahr 2024, dass zentrale Future Skills wichtig bleiben und bis 2030 neue Schlüsselkompetenzen mit hohem Bedarf entstehen. Neben branchenspezifischen Future-Skills-Modellen von zum Beispiel dem Verband der Metall- und Elektroindustrie Berlin-Brandenburg oder dem Bundesarbeitgeberverband Chemie, bietet dir das Future-Skill-Framework 2030 des Stifterverbandes einen aktuellen branchen- sowie regionalübergreifenden Einblick in zukunftsrelevante Kompetenzen. Denn der Abstand zwischen Anforderungen und vorhandenen Kompetenzen wächst – einer Entwicklung, der das Framework 2030 entgegenwirken möchte.

Das Future Skills-Framework 2030

Der Stifterverband hat sein Framework aus dem Jahr 2021 auf die aktuellen Herausforderungen der Arbeitswelt aktualisiert und das Future-Skills-Framework 2030 im Dezember 2025 veröffentlicht.  Es soll dazu beitragen, neue Handlungsspielräume zu eröffnen, Impulse für die Praxis zu geben und Orientierung in Veränderungsprozessen zu schaffen. Es richtet den Fokus auf mögliche Zukunftsszenarien sowie deren Anforderungen und gibt Orientierung, neue Entwicklungen zu erkennen und um handlungsfähig zu bleiben. Das Framework ist als praxisorientiertes Arbeitsdokument konzipiert und versteht sich als offenes Konzept, das dazu anregen soll, eigene Erfahrungen und Ansätze zu reflektieren. Du als Ausbilder:in kannst das Future-Skills-Framework 2030 (siehe Abbildung 1) als Reflexionswerkzeug nutzen, um dir die Frage zu stellen: Wo stehen deine Azubis heute?

Megatrends als Orientierungsrahmen für das Framework

Das Framework stützt sich auf Megatrends, die die einzelnen Skills einordnen. Megatrends sind tiefgreifende, langfristige Entwicklungen, die viele andere Veränderungen anstoßen und prägen. Die im Framework verwendeten Megatrends wurden auf Basis einer Literaturrecherche sowie mittels einer Onlinebefragung definiert. Als für die Zukunft bedeutsam wurden Klimawandel, demokratische Kultur, KI sowie Desinformation und lebenslanges Lernen ermittelt. Darauf basierend ist das Future-Skill-Framework 2030 mit fünf Kompetenzclustern inklusive dreißig Kompetenzen entwickelt worden.

Future Skills 2030: Die fünf Kompetenzcluster

  • Grundlegende Kompetenzen: Damit wird dein Azubi befähigt, zum Beispiel Informationen kritisch zu prüfen oder klar zu kommunizieren.
  • Transformative Kompetenzen: Mit diesen Kompetenzen kann dein Azubi dynamische Phasen meistern oder resilient mit Rückschlägen umgehen.
  • Gemeinschaftsorientierte Kompetenzen: Das sind Kompetenzen, die deinen Azubi befähigen, beispielsweise im Team zu arbeiten oder Verantwortung zu übernehmen.
  • Digitale Kompetenzen: Damit kann dein Azubi zum Beispiel mit digitalen Medien selbstsicher und kritisch umgehen.
  • Technologische Kompetenzen: Diese befähigen deinen Azubi beispielsweise mit Cloud- oder KI-Systemen sicher umzugehen. Dabei handelt es sich um spezialisierte Fähigkeiten, die mit Schlüsseltechnologien verknüpft sind und eine wichtige Rolle für wirtschaftliches Wachstum oder Wettbewerbsfähigkeit spielen. 

So integrierst du Future Skills in deine Ausbildungspraxis

Future Skills lassen sich praxisnah integrieren, wenn du sie nicht als Zusatzthema, sondern als Bestandteil deiner bestehenden Ausbildungspraxis betrachtest. Dazu kannst du fachliche Lernaufgaben so gestalten, dass sie gezielt überfachliche Komponenten enthalten – etwa Problemlösekompetenz in Azubi-Projekten, Teamfähigkeit in Gruppenaufträgen oder kritisches Denken beim Umgang mit Informationen, Fake News und KI-Content. Auch Routinen wie das Schreiben von Berichtsheften, Feedbackgespräche und Prüfungsvorbereitungen lassen sich nutzen, indem du als Ausbilder:in dort bewusst Reflexionsfragen oder eigenverantwortliche Planung einbaust. So entsteht Schritt für Schritt eine Lernumgebung, in der deine Azubis Future Skills im echten Arbeitsalltag erproben und vertiefen.

Handeln statt abwarten: Future Skills bewusst integrieren

Unternehmen benötigen Mitarbeitende, die sich flexibel auf Veränderungen einstellen können und neue Ideen aktiv voranbringen. Personen mit ausgeprägten Future Skills bilden damit die Grundlage für die Anpassungsfähigkeit und Weiterentwicklung eines Unternehmens. Future Skills entwickeln sich nicht nebenbei, sondern sie wachsen durch bewusste Gestaltung. Überfachliche Kompetenzentwicklung ist ein wichtiger Baustein deiner Ausbildungspraxis, die durch Methoden wie Selbst- und Fremdeinschätzung, Feedbackgespräche oder verschiedene Beobachtungsverfahren erkannt und gefördert werden kann. Das Future-Skills-Framework kann dich bei der Sensibilisierung einzelner Skills unterstützen – die Umsetzung gestaltest du. Das NETZWERK Q bietet dir dafür hilfreiche Tipps und praktische Anwendungsbeispiele, damit du deine Azubis fit für die Zukunft machen kannst.

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Literaturangaben

  • Bolwin, Lennart et al., 2024, Future Skills 2030. Welche Kompetenzen für den Standort Baden-Württemberg heute und in Zukunft erfolgskritisch sind, AgenturQ – Agentur zur Förderung der beruflichen Weiterbildung in der Metall- und Elektroindustrie Baden-Württemberg e. V. (Hrsg.), Stuttgart, (https://www.iwkoeln.de/fileadmin/user_upload/Studien/Gutachten/PDF/2024/Gutachten-IW-Consult-Future-Skills-2023.pdf (13.02.2026).
  • Gehrs, Vera et al., 2024. Future Skills – Warum? Was? Wie? Der Weg zur Future-Skills-Organisation. Impulspapier, Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft e.V., Essen.
  • Gehrs, Vera et al., 2025, Future Skills 2030. Wissenschaftlicher Bericht zum aktualisierten Framework für Zukunftskompetenzen, Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft e.V., Berlin.
  • HRForecast – peopleForecast GmbH im Auftrag der Chemie-Sozialpartner BAVC und IGBCE (Hg.), 2024, Der Future Skills Report Chemie 2.0. Eine KI-gestützte Trendanalyse zu den künftigen Skills der chemisch-pharmazeutischen Industrie, München, igbce.de/resource/blob/234422/21b23adfa76697f61d8a94c56d49c2de/future-skills-report-de-data.pdf (03.03.2026)
  • Institut für Bildungsprozessforschung und Bildungsmanagement der bbw Akademie für Betriebswirtschaftliche Weiterbildung GmbH im Auftrag des Verbandes der Metall- und Elektroindustrie in Berlin und Brandenburg e. V. (Hg.), 2023, Future Skills 2027, Berlin, www.uvb-online.de/en/system/files/downloads_und_vorschaubilder/vme_studie_future_skills_.pdf (26.02.2026).
  • Piepenbrink, Johannes, 2015, Editorial, in: Aus Politik und Zeitgeschichte. Megatrends?, 65. Jg., Nr. 31-32, S. 2.

Der Text wurde mit KI optimiert 

Dieser Fachbeitrag ist Teil des folgenden Lernpakets

Stärke deine Ausbildungspraxis: Integriere und fördere Future Skills in der Ausbildung deiner Azubis und mache sie fit für morgen.

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