Einblicke in das Q 4.0 Training „Generationengerechte Kommunikation für Ausbilder: innen im digitalen Wandel“ am Beispiel des Erwartungskompass
Wann hattest du deinen letzten zwischenmenschlichen Konflikt? Ohne die Situation zu kennen, haben wir eine sichere Vermutung, was die Ursache dafür war. Warum wir das so selbstbewusst sagen können und wie dir diese Perspektive in Zukunft als Ausbilder:in helfen kann, manchen Konflikten präventiv vorzubeugen, erfährst du im Folgenden.
Los geht’s! Aus unserer Sicht basiert jeder zwischenmenschliche Konflikt auf nicht erfüllten Erwartungen. Im Klartext: Du als Ausbilder:in hast - genau wie dein Azubi - eine Erwartung an eure Zusammenarbeit. Dabei haben Aubilder:innen in unseren Trainings vielfach berichtet, dass dies besonders zutrifft, wenn sich zwei Menschen aus verschiedenen Generationen begegnen oder z.B. unterschiedliche soziale- oder kulturelle Prägungen mitbringen.
Deswegen lautet unser Tipp im Training Generationengerechte Kommunikation für Ausbilder:innen im Digitalen Wandel: „Kenne die Erwartungen, die an dich in deiner Rolle gestellt werden!“
Dazu haben wir ein einfaches Werkzeug entwickelt, das dir als AusbilderIn dabei helfen kann, die Erwartungen an dich zu identifizieren. So kannst du in Zukunft Konflikte, die auf nicht erfüllten Erwartungen basieren, abwenden, bevor diese eskalieren. Wir nennen dieses Werkzeug den Erwartungskompass.
Der Logik des Kompasses folgend gibt es zwischen dir und deinem Azubi vier Himmelsrichtungen, aus denen Erwartungen erhoben werden können. Diese sind:
Was erwartest du von dir selbst als Ausbilder:in? Wichtig ist hierbei, deine Rolle als Ausbilder:in im Blick zu haben – denn vermutlich agierst du in dieser Rolle anders als z. B. in deinem Privatleben.
PraxisTipp: Am einfachsten findest du Erwartungen in Extrembereichen. Beginne hier und lote nach und nach die Feinheiten zwischen den Extremen aus. Typische Erwartungen fangen mit Sätzen wie: "Ich darf (nicht)...", "Ich muss (nicht)...", "Auf gar keinen/jeden Fall darf ich..." an.
Was erwartest du von deinem Azubi? Hierbei geht es vor allem darum, „Selbstverständlichkeiten“ aufzudecken. Deinem Gegenüber zu unterstellen, dass er/sie weiß, was du erwartest oder als selbstverständlich erachtest, ist weder fair noch professionell, solange du es nicht zuvor konkret formuliert und kommuniziert hast.
Praxis-Tipp: Besonders spannend sind die Bereiche, in denen schon häufiger Konflikte aufgetreten sind oder du deinem Gegenüber unterstellt hast, er oder sie könnte ahnen, was dir wichtig ist.
Was erwartet dein Azubi von dir als Ausbilder:in? Was ist ihm/ihr in der Lernbegleitung und Zusammenarbeit im Team wichtig?
Praxis-Tipp: Frage nach und mache es konkret! Sätze die mit „Ich glaube/ meine/ denke/, dass mein Azubi...“ anfangen, zeigen, dass du nur vermutest, was dein Gegenüber wirklich erwartet. Die Lösung ist einfach: nachfragen, konkret werden und Erwartungen klären.
Dich als Profi interessiert natürlich, was dein Gegenüber von sich selbst erwartet, oder?
Praxis-Tipp: Hier braucht es ein wenig Übung, da es wahrscheinlich auch für deinen Azubi neu ist, seine/ ihre Erwartungen klar zu formulieren. Doch ein ehrliches Interesse an den Erwartungen und Ansichten deiner Auszubildenden signalisiert Wertschätzung und ist Grundstein einer offenen Kommunikationskultur.
Um das Werkzeug lebendig werden zu lassen und die Erwartungen deines Gegenübers herauszufinden, gibt es zahlreiche Möglichkeiten. Die einfachste: Aufrichtig nachfragen. Hier sind einige Tipps, um dir den Start zu erleichtern:
Um dich zu unterstützen, haben wir dir ein Template (PDF Download) bereitgestellt, das du nutzen kannst. Wie immer gilt, dass auch dieses Werkzeug kein Allheilmittel ist, sondern nur ein (fundamentaler) Baustein für eine positive, wertschätzende Kultur des Miteinanders.
Bei Fragen oder Anregungen melde dich gerne bei uns. Wir freuen uns darauf, dich kennenzulernen!