Social Media im Ausbildungsmarketing: Talente da erreichen, wo sie sind

Social Media bietet Ausbilder:innen die Chance, junge Menschen authentisch und auf Augenhöhe zu erreichen. Hier erfährst du, welche Kanäle sich für deine Azubigewinnung eignen und wie gutes Social Media Marketing aussieht.

Passungsprobleme im Ausbildungsmarkt gezielt lösen

Die duale Ausbildung ist ein zentraler Baustein der Fachkräftesicherung. Gleichzeitig stehen viele Betriebe vor einem Paradox: Viele Ausbildungsplätze bleiben unbesetzt, während ebenso viele Jugendliche keinen Platz finden. Besonders betroffen sind Bewerber:innen mit Haupt- oder mittlerem Schulabschluss – genau wie die entsprechenden Ausbildungsstellen.

Das Problem ist selten das Angebot, sondern die Passung. Betriebe und Jugendliche finden nicht zueinander. Dies kann unterschiedliche Gründe haben: von der Wahl der Kommunikationskanäle, über die Entfernung zum Betrieb, bis hin zu unerfüllten Anforderungen auf Seiten der Unternehmen oder falschen Erwartungen auf Seiten der jungen Menschen. Genau hier setzt Social Media im Ausbildungsmarketing an. Du erreichst junge Menschen dort, wo sie sich täglich aufhalten – niedrigschwellig, authentisch und auf Augenhöhe.

Von der Ausbilder:in zur Influencer:in?

Dadurch verändert sich oft der Aufgabenbereich von Ausbilderinnen und Ausbildern in kleinen und mittelständischen Unternehmen. Während in großen Unternehmen oft Personen eingestellt werden, die sich exklusiv dem Social Media Marketing widmen können oder das Ausbildungsmarketing von der Personalabteilung miterledigt wird, werden diese Aufgaben in kleineren Unternehmen oft an Ausbilder:innen herangetragen. Um diese neuen Herausforderungen erfolgreich zu meistern, ist es wichtig, dass du dich mit den Kanälen, Formaten, Chancen und Risiken von Social Media vertraut zu machst.

Warum Social Media im Ausbildungsmarketing wirkt

Für viele Jugendliche beginnt Berufsorientierung nicht auf Jobportalen, sondern im Alltag ihrer digitalen Mediennutzung. Ausbildungsbetriebe werden im Feed entdeckt, über Stories kennengelernt und über Direktnachrichten kontaktiert. Diese informelle Annäherung macht Social Media zu einem relevanten Kanal im Ausbildungsmarketing. Das Informations- und Entscheidungsverhalten junger Menschen unterscheidet sich maßgeblich von dem Verhalten von Menschen, die beispielsweise in den 90er Jahren geboren wurden. Heute gilt, wer nicht auf Social Media präsent ist, ist für die junge Zielgruppe nicht existent.

Social Media macht dein Ausbildungsangebot erlebbar

Social Media bietet dir die Chance, mehr zu zeigen als nur Stellenanzeigen. Statt reiner Faktenkommunikation gibst du Einblicke in deinen Ausbildungsalltag:

  • Welche Ausbildungsberufe bietet ihr an?
  • Wer macht bei euch eine Ausbildung?
  • Wie sieht ein typischer Arbeitstag eines Auszubildenden aus?
  • Wofür steht euer Unternehmen?

Hierdurch gewinnen junge Menschen ein Gefühl dafür, wie sich eine Ausbildung bei euch anfühlt. So entsteht Vertrauen – oft schon lange vor der Bewerbung.

Facebook, Instagram, oder doch lieber Tiktok?

Damit deine Inhalte ankommen, solltest du wissen, wen du erreichen willst, denn nicht jeder Social Media Kanal ist gleich gut für deine Zielsetzungen geeignet. Wie stark sich die Nutzung von Social Media Kanälen bei der Ausbildungsplatzsuche von jungen Menschen einerseits und Stellenausschreibungen von Unternehmen andererseits unterscheiden, zeigt dir die folgende Abbildung “Nutzung von Social-Media-Kanälen bei der Ausbildungssuche”:

Viele Unternehmen setzen immer noch auf Facebook. Für die Generation Z und Alpha spielt dieser Kanal jedoch kaum eine Rolle. Deutlich relevanter für die Ausbildungsplatzsuche sind Instagram, Youtube und WhatsApp. Dabei unterscheidet sich das Nutzungsverhalten nach Schulabschluss. Die Tabelle zeigt die “Top 3 Social Media Kanäle in der Ausbildungsplatzsuche nach Schulabschluss”:

Social Media kein also kein Selbstläufer und ein Account auf der richtigen Plattform alleine garantiert noch keine Reichweite. Regelmäßiger Content, der für deine Zielgruppe relevant ist, ist entscheidend.

Der richtige Kanal führt zu den passenden Kandidat:innen

Überlege vom Ziel her: Du suchst einen Auszubildenden oder eine Auszubildende, der oder die zur Ausbildung und zu eurem Betrieb passt.
Hilfreiche Leitfragen:

  • Welcher Schulabschluss ist Voraussetzung?
  • Welche Stärken und Interessen sind wichtig?
  • Auf welchem Kanal hält sich diese Zielgruppe auf?

Je klarer dein Bild von deiner Zielgruppe ist, desto leichter fällt dir die Content-Erstellung.

Mit Social Media kannst du deine Ziele im Ausbildungsmarketing erreichen

1. Sichtbarkeit und Interesse wecken

Kurze Videos auf TikTok oder Instagram Reels erzielen hohe Reichweiten. Sie eignen sich ideal, um erstmals Aufmerksamkeit zu erzeugen. Regelmäßiger Content hält das Interesse aufrecht. Besonders beliebt sind hier kurze Videos, die Einblicke in den Ausbildungsalltag geben, eine Vorstellung der Azubis, Einblicke in das Onboarding oder Reels, in denen aktuelle Trends aufgegriffen werden. 

2. Dialog statt Einbahnstraße

Social Media lebt vom Austausch. Reagiere zeitnah auf Kommentare und Nachrichten, beantworte Fragen und zeige, wofür dein Unternehmen steht. Das wirkt glaubwürdig. Eine Kandidat:in stellt eine Frage zu der Ausbildung? Ein ehemaliger Mitarbeiter schreibt etwas Negatives? Deine Reaktion ist für alle sichtbar und kann einen direkten Kontakt herstellen sowie Vorurteile entkräften.

3. Recruiting mit Social Media

Bewirb Ausbildungsplätze über Posts oder Anzeigen. Bezahlte Kampagnen lassen sich regional ausspielen und ermöglichen Mini-Bewerbungen direkt in der Plattform. Als Videos eignen sich hier “Wir-suchen”-Posts oder Aufrufe an junge Talente, sich jetzt zu bewerben mit einem direkten Link zur Stelle oder zum Bewerbungsportal.

4. Dauerhaftes Employer Branding betreiben

Zeige, wofür ihr steht. Kreative Inhalte machen euer Markenversprechen sichtbar und erlebbar. Gut funktionieren hier Videos oder Karussellposts mit Statements dazu, was es bedeutet für dein Unternehmen zu arbeiten. Auch der Instagram-Trend, in dem Mitarbeitende nach Ideen für einen neuen Slogan für dein Unternehmen befragt werden, transportieren Werte auf eine humorvolle und nahbare Art. 

Gutes Social Media Marketing…

  • baut Beziehungen auf, lange bevor eine Ausbildung beginnt.
  • arbeitet mit passenden Hashtags, um wiedererkennbar zu bleiben.
  • läuft kontinuierlich, nicht nur punktuell.
  • folgt einer klaren Strategie und entwickelt sich mit jedem Post weiter.
  • bindet personale und zeitliche Ressourcen und klare Zuständigkeiten

Fazit: Social Media lohnt sich

An Social Media führt im Ausbildungsmarketing kein Weg vorbei. Es hilft dir, passende Azubis anzusprechen – erfordert aber Zeit, Planung und Know-how. Bei der Wahl der Kanäle, die du bespielen möchtest, ist es sinnvoll sich mit dem Nutzungsverhalten deiner Zielgruppe vertraut zu machen. Für den Anfang brauchst du nur ein Konto und den Mut loszulegen. Der Aufwand ist es Wert: Social Media bietet dir einen direkten Draht zur Zielgruppe, ansprechende Werbemöglichkeiten für Ausbildungsstellen, niedrigschwellige Bewerbungsmöglichkeiten für junge Talente und die Möglichkeit deine Arbeitgebermarke mit Leben zu füllen.

Dieser Text wurde mit KI optimiert.

Quellen: 

  • Arndt et al. 2024, Vom Mismatch zum Match: Wie sich Jugendliche und Unternehmen auf dem Ausbildungsmarkt suchen und finden (können). Eine kombinierte Jugend- und Unternehmensbefragung, Gütersloh und Köln
  • Arndt, Franziska/ Herzer, Philip/Risius, Paula, 2025, Auszubildende über Social Media finden, KOFA Kompakt 01/2025, Köln

 

 

Dieser Fachbeitrag ist Teil des folgenden Lernpakets

Überzeuge junge Menschen auf Social Media! Entdecke Inhalte und Kanäle, mit denen du passende Azubi-Kandidat:innen erreichst.

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